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Prosa-Miniaturen
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Geraldina Colotti |
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Zur AutorinGeraldina Colotti, Dichterin und Journalistin, wurde 1956 in Ventimiglia geboren. Das Studium der Philosophie finanzierte sie mit diversen Jobs. In Frankreich arbeitete sie mit straffällig geowrdenen Jugendlichen und schloss sich den "Brigate Rosse" an. Nach einer Schießerei wurde sie zu eine Haftstrafe von achtundzwanzig Jahren verurteilt. In den letzen Haftjahren konnte sie al sFreigängerin bei der Zeitschrift “Il Manifesto” arbeiten. Inzwischen ist sie auf freiem Fuß und lebt in Rom. Sie hat mehrere Bücher veröffentlicht. Pressestimmen"Eine Philosophin schreibt im Hochsicherheitstrakt ... mal zielgenau, mal ruft sie poetisch die Fantasie des Lesers auf. Die Kraft, in Unfreiheit überhaupt zu schreiben, führt zu äußerster Verdichtung ... Ihre scharf beobachtende Prosa weckt den Wunsch nach weiterer erzählender Literatur von ihr ... Liebevoll stattet Lisette Buchholz im zwanzigsten Jahr ihres Mannheimer persona verlags das kleine Buch mit einem roten Lesebändchen aus. Es ist wie der rote Faden der Geraldina Colotti und ihrer Texte: Sie hat etwas getan, was sie in ihrem Leben nicht mehr revidieren kann." (Harald Loch, Mannheimer Morgen) "Mal satirisch, mal poetisch, stets anregend." (Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger) "Beunruhigende Visionen eines aufrührerischen Geistes. Bitter und sarkastisch im Ton, dabei anrührend, sind ihre Erinnerungen an den bewaffneten Kampf, das Leben im Untergrund, ihr Glaube an die wahren Werte, ihre Festnahme und Haft." (Radio Vaticana) TextprobeIch glaube, Alles Das muss Schäden hinterlassen. Die Fasern zerfransen, die Gefäße verstopfen, und ich bin nur noch ein Häufchen Gräten in Verwesung. In den Augen habe ich einen Gelatinefilm und in den Ohren in lästiges Brummen. Und mein Gedächtnis? Wie auf einer angekokelten Landkarte sind nur zusammenhanglose Ortsnamen zu erkennen. Der geballte Zorn vergiftet mich. Bald wird aus allen Poren sein widerwärtiger Saft strömen. Also tunke ich meine Feder hinein und überlasse dem Saft meine Flaschenpost: 'Coatlique, Coatlique, unheilvolle, mächtige Gottheit, lass mich All Das überstehen!' |